Maßnahmen für mehr Klima-/Arten-/Boden- und Gewässerschutz

Die Freien Wähler veröffentlichen Ihren Katalog möglicher Maßnahmen für mehr Klima-/Arten-/Boden- und Gewässerschutz in der Gemeinde Seevetal. Der Vorschlagskatalog wurde nun an die Gemeinde Seevetal übergeben und wird nun zusammen mit den Vorschlägen der anderen Fraktionen in den zuständigen Gremien bearbeitet. Hierzu gibt es eine Sondersitzung des Ausschusses für Planung und Umweltschutz am 11.11.2019.

 

 

 

Liste möglicher Maßnahmen für mehr Klima-/Arten-/Boden- und Gewässerschutz

in der Gemeinde Seevetal

Vorschlagskatalog der FREIEN WÄHLER

 

 

 

Der vorgelegte Maßnahmenkatalog gliedert sich in verschiedene Handlungsfelder. Im Maßnahmenkatalog sind der Vollständigkeit halber auch Empfehlungen enthalten, die in der Gemeinde Seevetal teilweise oder vollständig bereits durchgeführt werden.

 

Handlungsfeld  Möglichkeiten innerhalb der kommunalen Verwaltung

  • Car-Sharing in der kommunalen Verwaltung                                         
  • Jobrad (siehe auch www.jobrad.org) –  der Arbeitgeber least das Jobrad und der Mitarbeiter versteuert nur den geldwerten Vorteil                                                      
  • Umgang mit Lebensmitteln in der Verwaltung: bei Veranstaltungen/Catering ist zu achten auf regionale Herkunft der LM/ fairen Handel/ biologischen Anbau – Plastikvermeidung (beispielsweise keine Plastikcups für Kondensmilch, Pfandflaschen)
  • Schriftliche Ausdrucke in Papierform nur noch auf Recycling-Papier
  • Vollständige Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED und Einsatz von Bewegungsmeldern

  

Handlungsfeld Energie

  • Erneuerbare Energien fördern
  • Gründung eigener Stadtwerke prüfen
  • Beteiligung der Verwaltung am Energiemanagementsystem des Landkreises (Kosten ca. 1500€/Jahr für die Schnittstelle zum LK)
  • Photovoltaik auf gemeindeeigenen Gebäuden
  • Photovoltaik-Möglichkeit auf Neubauten prüfen
  • Einrichtung von E-Tankstellen auf Gemeindegebiet (primär an Bahnhöfen und an Einkaufszentren)
  • Alternative Kraftstoffe wie GTL (Gas-to-liquid): Der Ausstoß von Stickoxid geht gegen Null, beliefert werden nur Firmen, hier ist also eine Kooperation mit der KVG eine mögliche Option
  • Energiegewinnung auf lokaler Ebene: Wasserkraft (Seeve), bzw. Geothermie (lokal höhere Grundwassertemperatur in bestimmten Seevetaler Gebieten bekannt)

 

Handlungsfeld Verkehr

  • Radverkehrskonzept mit dem LK vorantreiben, Radwege ausbauen, Schnellradwege  
  • Fahrradabstellplätze (auch abschließbar) neu schaffen/ausbauen, speziell an Busumstiegen, am Meckelfelder und  Hittfelder Bahnhof (hier auch auf der Emmelndorfer Seite)  
  • Optimierung der Radwege von Außerorts-Kreiseln wie Hittfeld Aldi und Hittfeld-Matthies
  • ÖPNV: Zeiten der Buslinienoptimieren, ausbauen, an Metronom-Zeiten/ DB-Zeiten anpassen   

 

Handlungsfeld Abfall-/Wasserwirtschaft

 

  • Regenwasserrückhaltung und -nutzung auf Privatgrund verbessern, ggf. durch Auflagen zur Vermeidung von Versiegelung größerer Flächen, sowie durch intensive Bürgerinformation
  • Teiche, Bäche, Gräben auf Gemeindegrund renaturieren
  • Regenwassernutzung in der Landwirtschaft fördern
  • keine Einleitung von Abwässern in Kleingewässer
  • Privatpersonen zur Nutzung von Biomülltonnen anhalten/korrekte Nutzung bzw. Kompostierung auf Privatgrund fördern – Informationsveranstaltungen

 

Müllvermeidung propagieren: Verzicht auf Plastiktüten in allen Seevetaler Geschäften, Rückgabe von Verpackungsmüll direkt im Geschäft bei der Bevölkerung publik machenUmstieg auf abbaubare Verpackungen (Z.B. Viskose, Papier) - Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel

  

Handlungsfeld Flächennutzung/Flächenverbrauch/Baulandentwicklung

  • Gemeindegrund: Bäume erhalten, gefällte Bäume nachpflanzen, keine Ausgleichsflächen mehrfach belegen
  • Bei Aufforstungen ist eine regelmäßige Pflege auch über Baumpatenschaften denkbar (hier ist beispielsweise ein Kontakt zum NABU möglich, dort sind Patenschaften gängige Praxis)
  • Einführung einer Seevetaler Baumschutzsatzung, um den Erhalt von Baumbestand auf den Grundstücken zu sichern und massive Rodungen bei Grundstücks-Verkäufen zu unterbinden,
  • siehe Anlage: Baumschutzsatzung der Gemeinde Rosengarten
  • Anpflanzung von Benjes-Hecken und Knicks
  • Anpflanzungen von „stressresistenten Baumarten“ in innerörtlichen Bereichen
  • Streuobstwiesen anlegen und auch nutzen (bsp. Zusammenarbeit mit Wassermühle Karoxbostel/ Gemeinde-Mosttage)
  • Moorflächen (bsp. Maschener Moor, Meckelfelder Moor, Moordörfer) sollen nicht weiter zurückgedrängt werden, Randzonen/Übergangsflächen zwischen Moorgebieten und Bauflächen sollen erhalten/erweitert werden
  • Straßenbegleitgrün/Wegesränder sowie Randbereiche von Feldern und Weideland mit insektenfreundlichen Blühmischungen aufwerten und pflegen, natürlich belassen
  • Keine Übermähung von landwirtschaftlichen Flächen

 

Privatgrund:

Schottergärten/Kiesaufschüttungen sollten nicht mehr als Beet deklariert werden, sondern als Versiegelungsfläche und entsprechend minimiert werden

Privatpersonen informieren über den Vorteil von Öko-Pflastersteinen bei Zuwegungen statt vollständiger Versiegelung, Zulässigkeit von Nebengebäuden und Zuwegungen in den B-Plänen stärker begrenzen.

 

Baugebiete:

Regionales Gewerbe fördern/ weite Anfahrtswege für Personal und Waren dadurch vermindern. Den Bau von Werkswohnungen zulassen/fördern.

 

Oberflächenversiegelung minimieren/ Grünanteil erhöhen: je höher die Oberflächenversiegelung, desto stärker ist die Reduktion der Verdunstung (größter Teil des Oberflächenwassers fließt über Kanäle ab) und desto stärker erhöht sich die Temperatur

 

Vegetationszonen (Parks, Grüngürtel, Frischluftschneisen) gezielt erhalten und schaffen: Filterwirkung = geringere Feinstaubbelastung = wichtiger gesundheitlicher Aspekt => Naherhohlung

 

Bereits vorhandene Grünzonen in zentraler Ortslage (bsp. Obstwiese der Hofstelle in Maschen Eichenallee) als Naherholungsgebiete für alle Bürger erhalten

 

Zwischen den Seevetaler Orten konsequente Schaffung von Grünzügen, um ein Zusammenwachsen der Ortschaften zu verhindern => Ausweisung von Grünflächen als Landschaftsschutzgebiete

 

Höhe von Baukörpern begrenzen: je höher die Baukörper, desto stärker verändern sich die Windverhältnisse (sowohl Windrichtung als auch Windgeschwindigkeit), durch größere Oberfläche und Rauhigkeit über städtischer Bebauung vermindert sich die Windgeschwindigkeit um 30% und es gibt häufiger Windstillen – gleichzeitig kommt es an hohen Gebäuden zu Wirbelbildungen , beide Mechanismen führen zu einer Störung des Abtransportes von Schadstoffen aus Kaminen und bodennahen Schadstoffquellen. Außerdem wird der Wärmeaustausch verringert und die innerörtlichen Temperaturen steigen zum Nachteil der Flora.

 

Fassadenbegrünung/Photovoltaikanlagen fördern

 

Umweltfreundliche Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, z.B. Holz in B-Plänen vorschreiben

 

Handlungsfeld Schulen und Kindergärten

Ökoschulprogramm: (Bsp. Regensburg seit 1999): Schülern wird der Umgang mit Energie/Umwelt vermittelt, dadurch Senkung des Betriebsmittelverbrauches im Bereich Strom/Gas/Wasser/Abfall – neben geändertem Nutzerverhalten auch Einsparungen – ein Teil kann als Belohnung und Motivationsstütze in die Schulen fließen, ansonsten Reinvestition in Energiesparmaßnahmen;

hier ist z.B. die Durchführung des Projektes„Dreh ab“ vorstellbar, welches es bereits auf Kreisebene gibt, in diesem Zusammenhang ist dann auch das oben erwähnte Energiemanagementsystem hilfreich

Schulessen/Mensa: regionale Herkunft der Lebensmittel/ mindestens ein Bio-Essen anbieten, Foodsharing-Konzepte prüfen, Einführung einer Seevetaler Tafel

Einrichtungsgegenstände in Schulen und Kitas: Reparieren statt wegwerfen und neu kaufen, Organisation von Second Hand Märkten, um ausrangierte Möbel und Spielzeuge noch gewinnbringend zu veräußern 

 

Öffentlichkeitsarbeit:

Aufklärungsbroschüren/ Informationsveranstaltungen

 

Tag der erneuerbaren Energien mit folgenden Themen (beispielhaft):

     Seevetal summt/Gärtnern ohne Pestizide

     Müllvermeidung/Mülltrennung/Kompostieren

     Alternative Kraftstoffe

     Energieberatung der Bürger (z.B. mit gemeindeansässigen Betrieben zusammen)

     Regenwasserrückhaltung, Minimierung von Versiegelung

     Umweltbewusstsein bei Schülern und in Kitas

 

Finanzierungsmöglichkeiten von Klimaschutzmaßnahmen:

Beispielsweise Erstellung eines Klimaschutzfonds (Finanzierung möglich über Förderprogramme, Stadt, Bürgerfonds, Gewerbebetriebe/Firmen) – über den Fond erfolgt eine Anschubfinanzierung  der Mehrkosten von Klimaschutzmaßnahmen, Kosteneinsparungen durch die Maßnahmen werden dem Fonds wieder gutgeschrieben