Ostumfahrung in Buchholz

Was kann der Landkreis Harburg tun, um die verkehrliche Situation in Buchholz und Umgebung zu verbessern?

 

 

 

Was kann der Landkreis Harburg tun, um die verkehrliche Situation in Buchholz und Umgebung zu verbessern?

Die FREIE-WÄHLER-Kreistagsfraktion setzt sich für eine Verbesserung der verkehrlichen Situation in der Nordheidestadt Buchholz ein. Folgende Maßnahmen wären sinnvoll:

 

1. Optimierung der Busverkehre: Taktungen der vorhandenen Buslinien überprüfen und optimieren. Ggf. neue Linien installieren.

2. Fahrrandwege: Velorouten einführen, das vorhandene Fahrradwegenetz in Buchholz und Umgebung sanieren und ausbauen.

3. ÖPNV-Schiene: Die neue Verkehrskoordinatorin - Frau Dr. Susanne Dahm - des Landkreises  sollte im Zuge ihrer Arbeit versuchen eine Möglichkeit zu finden, den HVV-Großbereich von Klecken nach Buchholz zu erweitern.

4. Verkehrsleitsystem einführen: Ampelphasen in Abhängigkeit von Rückstaubildungen zeitlich gesteuert anpassen. Umleitungsempfehlungen bei Staubildungen frühzeitig anzeigen.

5. Verbesserung der Parkplatzsituation: Parkleitsystem einführen, mehr Hinweisschilder auf Parkmöglichkeiten aufstellen. Parkplatznachfrage analysieren und ggf. neue Parkplätze insbesondere im Bereich der vorhandenen Kreisstraßen schaffen.

 

6. Bau einer Umgehungsstraße im Osten der Stadt:

Die Beurteilung des Baus einer Umgehungsstraße im Osten von Buchholz zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs ist komplex und stellt sich aus Sicht der FREIEN WÄHLER im Kreistag wie folgt dar:

Die Stadt Buchholz i.d.N. ist ein Mittelzentrum und liegt nicht an einer Hauptverkehrsachse, wie z.B. Winsen/Luhe oder Lüneburg. Die nächstgelegenen Hauptverkehrsadern sind die B3 und die B75, welche weiträumig um die Buchholzer Innenstadt herumgeführt werden. Insofern werden alle Buchholzer Hauptstraßen zu ca. 80% durch innerstädtischen Verkehr beansprucht (R+T, Ergänzung zur Verkehrsuntersuchung, Seite 3). Also nur ca. 20% ist Durchgangsverkehr, der ggf. umgeleitet werden könnte.

Das diese Umleitung mit dem Bau des derzeit diskutierten Ostrings, Variante 7 gelingt ist aus unserer Sicht äußerst fragwürdig, denn die Umgehungsstraße ist doch erheblich länger, als die vorhandene Trasse Canteleu-Brücke - Kirchenstraße - Hamburger Straße. Die Umgehung würde bereits lange vor dem staugefärdeten Innenstadtbereich (=> also ohne Sicht auf ein mögliches Stauende) beginnen und hätte, wegen möglicher Neubaugebiete und diverser Kreuzungspunkte, Abschnitte mit Verzögerungen. Die „alte Route“ (=>Canteleu-Brücke-Kirchenstraße-Hamburger Straße) wäre in der Regel also schneller zu durchfahren, als der Ostring. Wir gehen deshalb davon aus, dass nur kleine Teile des vorhandenen Durchgangsverkehrs die neue Straße benutzen würden. Die Entlastung der „alten Route“ wäre minimal.

Hiervon mal abgesehen ist eine sich zuspitzende Verkehrsproblematik im Innenstadtbereich momentan nicht erkennbar, denn die Verkehrsbelastung an der Canteleu-Brücke, also am kritischsten Punkt der Hauptverkehrsachse Nord-Süd hat sich von 2004 (=> 24.200) zu 2014 (=> 20.900) um 3.300 PKWs/24Std. verringert und ist seitdem weiter rückläufig. (=>PGT 24.10.2014, S. 1). Lt. Gutachten der Logos Ingenieurgesellschaft vom 28.11.13, Seite 23, kommt es während der Hauptverkehrszeiten zu Fahrtzeitverlängerungen von maximal 5-10 Minuten. Auch diese Situation ist nicht so bedenklich, dass es den Bau einer Straße mit Kosten im mittleren zweistelligen Millionenbereich rechtfertigen würde.

Wir sehen deshalb die Notwendigkeit eine Ostumfahrung in Buchholz zu bauen derzeit nicht.

Mit dem geplanten Bau von ca. 1.500 Wohnungen im Osten von Buchholz ist aktuell allerdings ein neues Bewertungs-Kriterium hinzugekommen, welches mit Wirkung auf die vorhandene Straßen-verkehrsinfrastruktur zu untersuchen ist.

Durch die Entwicklung eines Neubaugebietes mit 1.500 Wohnungen würden lt. Statistik über 2.000 PKWs in Buchholz hinzukommen. Da auch für dieses Neubaugebiet davon auszugehen  ist, dass sich etwa 80% des Verkehrs in die Buchholzer Innenstadt ergießen würde, sollten sich alle Beteiligten darüber im Klaren sein, dass nach Fertigstellung eines derart großen Baugebietes alle Hauptstraßen in Buchholz deutlich stärker belastet werden würden, als es momentan noch der Fall ist. Der Verkehrslärm würde in weiten Teilen von Buchholz deutlich zunehmen. Es wäre vermessen anzunehmen, dass eine Umfahrung inkl. Neubaugebiet insgesamt zu einer Entlastung des Innerstädtischen Verkehres führen würde. Hieraus lässt sich folgern, dass bei der Entwicklung besagten Wohngebietes eine zusätzliche Straßeninfrastruktur im Osten der Stadt unumgänglich wäre, damit der Verkehr insbesondere in der Nord-Süd-Achse (=> Canteleu-Brücke-Kirchenstraße-Hamburger Straße) nicht zusammenbricht.   

Im Falle des Baus einer Umfahrungsstraße favorisieren die FREIEN WÄHLER folgende Route:

Neuer Kreisverkehr-Lüneburger Straße/Soltauer Straße =>Am Langen Sal=> über die Bendestorfer Straße=> beim Holzweg über die Bahn und dann bis an den Nordring.

Diese Route hätte im Vergleich zum Ostring-Variante 7 einige Vorsteile:

·        Es wäre nur eine Bahnbrücke erforderlich.

·       Die Flächen für den Straßenneubau wären zum Teil bereits im Eigentum der Stadt Buchholz, dadurch wäre eine erhebliche Kosteneinsparung und Erleichterung beim Grunderwerb möglich.

·        Die großflächige Landschaftszerschneidung der Variante 7 könnte verhindert werden.

·        Die Route wäre deutlich kürzer und würde leichter vom Durchgangsverkehr angenommen werden,  das Stauende wäre in der Regel noch vor der Abbiegeoption sichtbar. Diese Route würde deshalb deutlich stärker vom Durchgangsverkehr angenommen werden, als die Variante 7.    

Finanzierung:

 

Grundsätzlich ist beim Bau neuer Straßen in Buchholz zu prüfen, wer als Träger in Frage kommt und wie die Finanzierung ausgestaltet sein soll, bevor Planungsmittel in den Kreishaushalt eingestellt werden.